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Blippy.com – automatisierte Produktempfehlungen

Blippy Screenshot

Auf Blippy.com, einem StartUp aus den USA, kann man seine neuesten Einkäufe als Status Updates veröffentlichen. Blippy ist gerade mit seiner Public Beta Version online gegangen und hat bereits 1,6 Millionen Dollar Kapital gesichert. Zu den Investoren gehören Sequoia Capital, Charles River Ventures, die Angel Investoren Ron Conway, Evan Williams (CEO Twitter), Jason Calacanis, James Hong und Ariel Poler.

Das “Twitter für Einkäufe” (exciting Commerce) ermöglicht seinen Nutzern, nach eigenen Angaben “[..]to share and discuss the things people are buying”. Blippy will die simple Frage “Was kaufst du?” beantworten. Der ganze Prozess ist dabei automatisiert, d.h. der Nutzer meldet sich über Blippy auf seinen Accounts der Blippy-Partner (Amazon, Zappos, Woot!, Kreditkarte etc.) an und es werden die getätigten Einkäufe automatisch auf Blippy veröffentlicht. Es ist allerdings nicht möglich, Status Updates á la Twitter, also über ein Textfeld einzugeben – was meiner Meinung nach sinnvoll wäre. Das ganze soll also eine Art “automatisierte Produktempfehlungsplattform” darstellen, die man nicht unbedingt pflegen muss. Die Frage, die sich dabei alle Welt stellt: “Was ist dabei der Mehrwert für den Nutzer?” Die Idee ansich ist ja nicht schlecht. Produktempfehlungen werden von einer großen Anzahl an eCommerce bzw. Social Shopping Plattformen verwendet. Aber wie groß ist das Interesse daran, ob eine unbekannte Person zehn Apps bei iTunes gekauft hat? Für Blippy und seine Partner wahrscheinlich groß, da sich die Nutzerdaten wunderschön auswerten lassen. Aber für den Nutzer? Vorallem ist es fraglich, ob man seine Einkäufe automatisiert veröffentlichen möchte. Bei Online Shops, ist das Ganze ja noch einigermaßen überschaubar, wenn es aber um alle Einkäufe geht, die man über eine Kreditkarte, EC-Karte oder sein Bankkonto tätigt, ist das nicht gerade unbedenklich was die Privatsphäre angeht. Es ist zwar möglich bestimmte Einkäufe nicht zu veröffentlichen, eine Pause einzulegen oder seinen Account ganz von der Veröffentlichung zu sperren, aber dies ist mit einem (wenn auch geringem) Aufwand verbunden – man muss sie manuell stoppen. Mint.com nutz ein ähnliches Prinzip, bei dem Einkaufsdaten der Nutzer automatisch erfasst werden. Hier ist aber der Mehrwert gegeben, dass den Nutzern Finanzanalysetools zur Verfügung gestellt werden. Wenigstens ist es möglich seine Einkäufe über die Blippy Account Einstellungen zu privatisieren. Interessant an Blippy ist eigentlich nur, dass dies ein erstes Konzept darstellt, wie man ein Geschäftsmodell für Twitter angehen kann. Allerdings fehlt der Mehrwert für den Nutzer, der die Öffnung seiner Privatsphäre kompensiert. Ein erstes Beispiel wie Produkte über Blippy bekannt werden können ist WiThings (Näheres dazu im Podcast von Leo Laporte – ziemlich am Ende).

Meiner Ansicht nach kann das Blippy Konzept in einem freundschaftlichen, und nicht automatisiertem Kontext durchaus sinnvoller sein. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Modell im Umfeld des Freundeskreises, nach einem Frage-Anwort bzw. Status Modell, sehr nützlich ist. Bspw. Status:”Ich suche einen neuen Laptop – Budget 500€” – Antwort eines Freundes (der bekanntlich technikaffin ist und das Nutzungsverhalten seines Freundes kennt): “der Laptop XY ist für Dich ganz gut geeignet”. Wenn dies dann auch noch mit einem Affiliate Konzept verbunden ist (an dem die Nutzer beteiligt werden!!) ist der Anreiz zum Mitmachen durchaus gegeben. Meiner Ansicht nach ist das Problem der meisten Produktempfehlungen, dass es Empfehlungen von Menschen sind, die man persönlich nicht kennt und so auch nicht ihre Motivation und produktspezifischen-Kenntnisse einschätzen kann.

Was meint ihr?

Nachtrag: Hier findet Ihr ein Interview mit Philip Kaplan (Gründer Blippy) und hier ein Podcast mit Ashvin Kumar (Gründer Blippy).

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