Archive for Recruiting
lovemachine – Liebe wird bezahlt
June 23rd, 2010 • Recruiting, StartUps, Unternehmen
Tags: alternative personalführung, Anreizsystem, Bonus, Bonus-System, Digg, Digg.com, Führung, HR, innovatives, Lovemachine, Mitarbeiter, Mitarbeiter Motivation, Personalmanagement
In jedem Unternehmen ist es sehr wichtig eine gewisse Firmen- und Mitarbeiterkultur aufzubauen. Spätestens seit Zappos ist dieses Thema auch in der Startup-Szene angekommen. Der Schuhhändler aus Las Vegas bietet sogar Führungen durch die Geschäftsräume an und hilft anderen Unternehmern bei der Entwicklung einer Corporate Culture.
Einer der Kernpunkte einer jeden Unternehmenskultur ist der Umgang mit Mitarbeitern und der Umgang der Mitarbeiter untereinander. Für jeden Manager ist es sehr wichtig ein gutes Verständnis von den Fähigkeiten seiner Untergebenen zu haben und auch gute Leistungen durch besondere Förderung zu stärken. In jungen Unternehmen mit einer geringen Mitarbeiterzahl mag es noch möglich sein alle Kräfte einzeln zu bewerten. Doch auch dort kann es schon schwierig sein die Mitarbeiter zu erkennen, welche für das Unternehmen besonders wichtig sind, obwohl ihre Ergebniszahlen am Ende des Monats nicht unbedingt überzeugen. Welcher Mitarbeiter mit technischen Wissen hält die Systeme der anderen Mitarbeiter auch in kritischen Situationen am laufen oder welcher Mitarbeiter der Verwaltung arbeitet besonders produktiv mit den Geschäftsbereichen zusammen. Gerade diese Fachkräfte sind wichtig für eine gutes Unternehmensklima. Leider fallen sie aber oft nicht auf. Wer häufig hilft fällt vielleicht bei den persönlichen Verkaufszahlen zurück garantiert aber trotzdem bessere Erlöse für das gesamte Unternehmen.
Ein neues Produkt von Lovemachine, Inc. soll es nun für Mitarbeiter und Führung transparent machen, welchen Mitarbeitern besonderer Dank gebührt. Das System erlaubt es jeden Mitarbeiter per e-Mail oder auf einer Webseite eine kurze Nachricht an andere Mitarbeiter zusenden, um sich bei ihnen zu bedanken oder für erreichte Ziele zu loben. Diese Messages werden “Love” genannt. Alle Mitarbeiter können diese Mitteilungen und einige Statistiken einsehen. So kann z.B ein großer Bildschirm im Großraumbüro oder Pausenraum den Einblick in die kleinen Dankbarkeitsmitteilungen geben. Einige Firmen nutzen dieses System schon auf unterschiedliche Weise. So ist es möglich einen monatlichen Bonus an den Mitarbeiter mit den meisten der positiven Nachrichten auszuzahlen oder jeder Mitarbeiter kann sich ein Portfolio aus seinen empfangenen Nachrichten in sein Personalgespräch mitnehmen.
Bei Digg.com wird Lovemachine: Work eingesetzt damit sich die Programmierer gegenseitig für Hilfestellungen bedanken können.
Lovemachine Inc. verfolgt einen interessanten Ansatz zur Weiterentwicklung der Personalführung und -steuerung. Gerade in Zeiten in denen an kurzfristigen Erfolgen orientierte Bonuszahlungen stark in der Kritik stehen könnte dieser Peer-Ansatz eine interessante Alternative sein. Vielleicht ist es auch möglich ähnliche Systeme in den höheren Führungsebenen zu etablieren. Und das nicht nur in Tech-Unternehmen, sondern z. B. auch in der Finanzbranche.
Ein weiterer Post wird wohl auch noch über die interessante Development-Methode des Unternehmens folgen.
eRecruiting. Das Ende der formalen Bewerbung?
January 24th, 2010 • Marketing, Recruiting
Tags: Bewerbung, eRecruiting, HR, Marketing, Personal, Recruiting, Trends
Die meisten Beobachter der HR- und Recruting-Branche sind sich einig, dass das Jahr 2010 das Jahr des eRecruiting wird. Bereits in den letzten Jahren haben Unternehmen vermehrt auf Web 2.0 Tools für die Personalgewinnung gesetzt. Dieser Trend wird weiter wachsen. In manchen Branchen werden die viele Praktikantenstellen jetzt schon über Twitter besetzt. Auch klassische Ausbildungsplätze und duale Studiengänge konnten schon an die passende Frau oder Mann gebracht werden. Online Social Networks die sich auf den Bereich Business konzentrieren sind schon heute eins der wichtigsten Organe für die Gewinnung von Nachwuchs- und Führungskräften. Die bekanntesten Beispiele sind Linkedin und xing. In Zukunft werden sich die Recrutingaktivitäten wohl auch auf andere Netzwerke ausweiten. Das Potential von Facebook und Co. dürften für die meisten HR-Abteilungen einfach zu attraktiv sein. Dort ist Personalmarketing deutlich gezielter und günstiger möglich. Viele Unternehmen unterhalten heute schon einen Pool mit Bewerberprofilen. Über eine solche Datenbank werden Interessierte schnell über freiwerdende Stellen informiert und Bewerbungen können effektiv weiter bearbeitet werden. Da diese Infrastruktur meist aber nur von einem Unternehmen genutzt werden kann ist es für Arbeitssuchende nicht besonders attraktiv sich in diese Inselsysteme aufnehmen zu lassen. Eine stärkere Integration von bereitsbestehenden Datensätzen in sozialen Netzwerken könnte eine Lösung sein.
Noch gibt es aber in vielen Unternehmen einen großen Nachholbedarf im Umgang mit den Web 2.0 Instrumenten. Dieser dürfte in kleineren bis mittelständischen Betrieben am größten sein. Einige große Unternehmen sind in diesem Bereich schon sehr weit und kreativ. Doch auch ein großer Druck Kosten einzusparen wird die stärkere Nutzung von neuen Wegen in der Personalwerbung antreiben. Viele Unternehmen verzichten heute schon vollständig auf Papier in ihrem Bewerbermangement. Bewerbungen werden über Email oder online Formular angenommen und alle postialischen Eingänge werden digitalisiert. Auch hier dürfte die Verabschiedung von Papier nur ein erster Schritt gewesen sein. Es könnte gut sein, dass in den nächsten Jahren kein Motivationsschreiben und Lebenslauf vom Unternehmen gefordert wird, sondern nur noch der Link zum online Profil des Bewerbers.
Auch im Bereich Personalbindung werden online Tools eine immer größere Rolle spielen. Immer mehr Unternehmen setzen auf Blogs, Wikis und Podcasting als Möglichkeit Mitarbeiter über die Geschehen im Unternehmen zu unterrichten und auch Optionen für Feedback zu schaffen. Der moderne Mitarbeiter in einer HR-Abteilung ist also nicht nur persönlich ansprechbar über Twitter, Xing, Facebook etc., sondern vielleicht auch noch der Moderator eines Podcasts über die Unternehmensentwicklung und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Talente in diesem Bereich könnten sich so auch persönlich einen Namen machen. Die Superstars der Personalwerbung sozusagen. Wir dürfen gespannt sein wie sich der Bereich weiterentwickelt.

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