Archive for Marketing

CrowdFlower: Outsourcing 2.0

Crowd Flower

In der Betriebswirtschaftslehre hat sich seit längerer Zeit ein Begriff verfestigt: Outsourcing. Dies bedeutet etwa soviel, als dass Unternehmen originäre Aufgaben aus dem Unternehmen abkapseln und mit Hilfe eines oder mehrere externen Dienstleister ausführen lassen. Generell lässt sich feststellen, dass bisher nur große Unternehmen auf die Idee kamen die Möglichkeiten des heutigen Internets sich zur Nutze zu machen. Viele beschränken sich jedoch auch dabei auf die reine Kommunikation nach außen, wie zum Beispiel in Form eines “Corporate Blogs” zeigt.

Dass man die Ressourcen des WWW auch weitaus über die reine “Sender-Empfänger”-Beziehung nutzen kann, zeigt CrowdFlower: Dieses StartUp ermöglicht es Unternehmen, Aufgaben in so kleine Aufgabenpakete aufzuteilen, dass Menschen mit zu viel Freizeit daran arbeiten können. Und das für Umme. Zusätzlich preist CrowdFlower einen weiteren Vorteil an: die Fehlerrate sei sehr gering, da die Aufgaben so überschaubar sind. Bereits Facebook griff diese Idee auf und lies Teile der Website von Usern selbst übersetzen.

Meines Erachtens hat dieser Ansatz Potential. Zu dieser Ansicht bin wohl nicht nur ich gekommen. So konnte CowdFlower dieses Jahr bereits 5 Mio. USD von einer VC-Gesellschaft locker machen. Es bleibt abzuwarten, ob es sich für Unternehmen lohnt zuerst den Aufwand zu betreiben Arbeitspakete zu schnüren und diese weiterzugeben oder nicht doch lieber zusätzliches Personal einzustellen.

eRecruiting. Das Ende der formalen Bewerbung?

Die meisten Beobachter der HR- und Recruting-Branche sind sich einig, dass das Jahr 2010 das Jahr des eRecruiting wird. Bereits in den letzten Jahren haben Unternehmen vermehrt auf Web 2.0 Tools für die Personalgewinnung gesetzt. Dieser Trend wird weiter wachsen. In manchen Branchen werden die viele Praktikantenstellen jetzt schon über Twitter besetzt. Auch klassische Ausbildungsplätze und duale Studiengänge konnten schon an die passende Frau oder Mann gebracht werden. Online Social Networks die sich auf den Bereich Business konzentrieren sind schon heute eins der wichtigsten Organe für die Gewinnung von Nachwuchs- und Führungskräften. Die bekanntesten Beispiele sind Linkedin und xing. In Zukunft werden sich die Recrutingaktivitäten wohl auch auf andere Netzwerke ausweiten. Das Potential von Facebook und Co. dürften für die meisten HR-Abteilungen einfach zu attraktiv sein. Dort ist Personalmarketing deutlich gezielter und günstiger möglich. Viele Unternehmen unterhalten heute schon einen Pool mit Bewerberprofilen. Über eine solche Datenbank werden Interessierte schnell über freiwerdende Stellen informiert  und Bewerbungen können effektiv weiter bearbeitet werden. Da diese Infrastruktur meist aber nur von einem Unternehmen genutzt werden kann ist es für Arbeitssuchende nicht besonders attraktiv sich in diese Inselsysteme aufnehmen zu lassen. Eine stärkere Integration von bereitsbestehenden Datensätzen in sozialen Netzwerken könnte eine Lösung sein.

Noch gibt es aber in vielen Unternehmen einen großen Nachholbedarf im Umgang mit den Web 2.0 Instrumenten. Dieser dürfte in kleineren bis mittelständischen Betrieben am größten sein. Einige große Unternehmen sind in diesem Bereich schon sehr weit und kreativ. Doch auch ein großer Druck Kosten einzusparen wird die stärkere Nutzung von neuen Wegen in der Personalwerbung antreiben. Viele Unternehmen verzichten heute schon vollständig auf Papier in ihrem Bewerbermangement. Bewerbungen werden über Email oder online Formular angenommen und alle postialischen Eingänge werden digitalisiert. Auch hier dürfte die Verabschiedung von Papier nur ein erster Schritt gewesen sein. Es könnte gut sein, dass in den nächsten Jahren kein Motivationsschreiben und Lebenslauf vom Unternehmen gefordert wird, sondern nur noch der Link zum online Profil des Bewerbers.

Auch im Bereich Personalbindung werden online Tools eine immer größere Rolle spielen. Immer mehr Unternehmen setzen auf Blogs, Wikis und Podcasting als Möglichkeit Mitarbeiter über die Geschehen im Unternehmen zu unterrichten und auch Optionen für Feedback zu schaffen. Der moderne Mitarbeiter in einer HR-Abteilung ist also nicht nur persönlich ansprechbar über Twitter, Xing, Facebook etc., sondern vielleicht auch noch der Moderator eines Podcasts über die Unternehmensentwicklung und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Talente in diesem Bereich könnten sich so auch persönlich einen Namen machen. Die Superstars der Personalwerbung sozusagen. Wir dürfen gespannt sein wie sich der Bereich weiterentwickelt.

Sie singen 16min virales Marketing

Die letzten vier Schuljahre in den USA sind bei den Schülern stark durch die Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren College geprägt. Doch nicht nur zukünftigen Studenten haben mit Tests und der Gestaltung ihres Lebenslauf zu tun. Auch die Universitäten müssen um die besten Studenten kämpfen. Das Office of Undergraduate Admission des Colleges der Yale University versucht nun mit über 16 Minuten (!) Musical zu überzeugen.

Das Video, welches in Zusammenarbeit mit einigen Studenten des Colleges entstanden ist, zeigt wie erfrischendes virales Marketing für den Bereich Education aussehen kann. Im Vergleich wirkt die von Scholz & Friends konzipierte Kampagne für ein Studium in den neuen Bundesländer von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer sehr langweilig und aufgesetzt.

Der Groupon Wahnsinn

Das Orginal und die Klone auf dem deutschen Markt

In letzer Zeit haben Coupon Seiten für viel Furore im Netz gesorgt. In Deutschland gibt es mittlerweile schon mehrere Kopien des “Orginal” – Groupon aus den USA. Die Investorenszene scheint ein vielversprechendes Konzept hinter den Gruppen-Coupon Seiten zu sehen. Gerade gab es 4 Millionen € frisches Kapital für Citydeal, die von Rocket Internet (dem Inkubator der Samwer Brüder), Holzbrink Ventures und eVenture Capital Partners stammen. Damit plant das StartUp aus Berlin die Marktführerschaft in diesem “neuen” Marktsegment zu erlangen, was durch eine breit angelegte Werbeoffensive – Online, Print und TV – erreicht werden soll (via Deutsche Startups). Diese Strategie beschränkt sich dabei nicht nur auf den deutschen Markt sondern, laut Gründerszene, auf mehrere Länder Europas. So berichtet das Gründerportal, dass bereits Frankreich und Großbritannien proaktiv angegangen werden. Neben Citydeals, verkündete (Pressemitteilung -PDF) auch dailydeal eine sechstellige Kapitalspritze, durch die Seed-Investoren Stefan Glänzer, Michael Brehm und Jochen Maaß. Diese sehr kapitalstarken StartUps werden es den restlichen schwer machen in diesem Markt Fuß zu fassen und auf Dauer Konkurrenzfähig zu bleiben. Dies fällt bisher besonders durch die Städteabdeckung von citydeal und dailydeal auf. Die beiden StartUps sind jetzt schon in fast allen großen Städten (Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München) mit Angeboten vertreten.  Das Münchner Klon cooledeals arbeitet daran aufzuschließen, hat aber bisher nur Gutscheine für Hamburg und München im Angebot. Couponmania setzt auf Differenzierung und bietet bald als erster Gutscheine für Bochum an. Wie es scheint setzten Heimatpreis und Teambon vorerst auf eine bisher eher lokale Strategie. Heimatpreis bietet zur Zeit nur Angebote in München an und Teambon wirbt mit bald erscheinenden Coupons für Augsburg. Ob diese lokale Strategie nun gewollt ist oder es einfach bisher an willigen Unternehmen für Coupons mangelt sei dahingestellt. Allerdings kann eine solche Konzentration auf ein Gebiet vorerst durchaus von Vorteil sein. So könnte man sich bspw. durch eine größere Angebotsbreite von den Wettbewerbern differenzieren und so eine feste Stellung in einer Stadt erreichen. Die Angebotsbreite könnte in Zukunft ein wichtiger Faktor für diese Art von lokalen Angeboten sein. Bisher beschränken sich die Coupons hauptsächlich auf den Gastronomiebereich, allerdings könnten auch andere Bereiche durchaus interessant für Coupon-Angebote sein.

Letztlich ebnet bzw. adaptiert das “Groupon”-Konzept nur einen Weg, der mit iPhone- und Android-Apps bereits geöffnet wurde: das Internet wird mehr und mehr lokal. So zeigt die App Aloqa, seinen Nutzern über das Mobil Telefon Gutscheine und Angebote in der näheren Umgebung. Man darf dennoch gespannt sein wie sich das lokale Internet, insbesondere im Bereich eCommerce, weiter entwickelt.

Einkaufsführer für Macs

Macroumors

Für den geneigten Mac-User unter uns gibt es eine sehr interessante Anlaufstelle, wenn eine künftige Neuanschaffung ins Hause steht: auf Macrumors gibt es einen sogenannten “Mac Buyer´s Guide“.

Macrumors errechnet dabei Durchschnittswerte von den Zeitspannen der letzten Aktualisierungen eines Apple-Produktes. Anhand dessen wird dann eine Kaufempfehlung (oder keine) abgegeben. Ein sehr interessantes Feature, zumal wir uns kurz vor einer neuen Apple-Keynote (voraussichtlich 27. Januar) befinden. Bei dieser sollen angeblich Produkte wie das “iSlate” oder eine neue Version des iPhones vorgestellt werden. Desweiteren berichtet die Seite auch von allerhand anderen Themen rund um Apple.



EatSmarter! – Die (Pro)-Rezepte Plattform

eatsmarter.de
EatSmarter! setzt auf ein einfaches Design mit hochwertigen Bildern

Wie auch schon Der Spiegel in der aktuellen Zellulose-Ausgabe berichtet hat, ist mit EatSmarter! ein neues Rezept-Portal im für den deutschen Markt online gegangen. Derzeit befindet sich die Plattform noch in der Beta-Phase und bietet ca. 1000 Rezepte. Im Gegensatz zu Konkurrenten, wie Chefkoch.de (< 140.000 Rezepte) und DasKochrezept.de (< 60.000), setzt EatSmarter auf die professionelle Aufbereitung von Kochrezepten. Wie die Macher der Seite auf dem Unternehmens-Blog berichten, wurde dafür bis jetzt über 10.000 Fotos von Arbeitsschritten und den fertigen Gerichten gemacht. Mit Abschluss der Beta-Phase sollen weiter Rezepte zum Portfolio dazukommen. Im Spiegel wird die Entscheidung für professionelle Inhalte mit der höheren Attraktivität für den Werbemarkt begründet. Werben wird ab April, nach Ablauf der Beta-Phase, möglich sein. EatSmarter! setzt aber nicht nur auf die reine Präsentation von Kochrezepten. Auch der Bereich Health soll wohl eine wichtige Rolle spielen. Schon jetzt sind einige Videos mit Interviews und Berichte zum Thema gesunde Ernährung und Abnehmen auf der Seite zu finden. Zu den Gerichten gibt es auch jeweils genaue Nährwertinformationen, den so genannten ES – FOOD CHECK. Auch an einer großen Präsenz im mobilen Bereich wird gearbeitet. Ein iPhone App ist bereits jetzt verfügbar.

In Zeiten von Nutzer generierten Inhalten bleibt aber die Frage, ob es gelingen kann eine beständige Community auf der Seite zu schaffen. Auf den meisten Portalen dieser Art gibt es eine wichtige Kerngruppe von Nutzern, welche Rezepte erstellen und auch mit eigenen Fotos und Kommentaren aufwerten. EatSmarter! bietet den angemeldeten Besuchern derzeit nur die Möglichkeit bestehende Rezepte zu kommentieren/bewerten und sie in ein persönliches Kochbuch einzufügen. Das hochwertige Design und die gut präsentierten Gerichte sollte aber besonders Besucher überzeugen, welche spontan nach einem Rezept suchen.

Für Generation von Besuchern setzt EatSmarter! auf eine starke GoogleAds Kampagne (z.B. mit dem Keyword ‘Rezepte’ und ‘Gesunde Ernährung’). Außerdem sollen Nutzer Freunden und Bekannten die Plattform empfehlen. Als Belohnung für 5 neue und aktive Nutzer winkt ein kostenloses Kochbuch für das Bücherregal in der heimischen Küche.

Finanziert wird das Portal von Dirk Manthey, dem ehemaligen Verleger der Zeitschriften ‘TV Spielfilm‘ und ‘Fit for Fun‘. Daher ist es auch wenig erstaunliche, dass ein Teil des Teams sich aus dem Umfeld von ehemaligen Mitarbeitern der Verlagsgruppe Milchstraße zusammensetzt. Hauptsitz der GmbH & Co. KG ist Hamburg.

Web 2.0 für Familienunternehmen

Im Wirtschaftsteil der heutigen Ausgabe der Süddeutsche Zeitung ist ein Artikel über Familienunternehmen und Web 2.0 Marketing erschienen. Der Artikel ist Teil der Serie zu Mittelstand & Familienunternehmen. Die Autoren Thorsten Riedl und Miguel A. Zamorano schildern wie Familienunternehmen Web 2.0 Angebote für Marketing und CRM nutzen. Die Beispiele aus dem Artikel (Kelterei Walther mit dem Saftblog von Walther, Festo mit einem Podcast für Mitarbeiter und der Schmuckhersteller Teno mit dem Teno-Blog) zeigen, dass auch in Deutschland immer mehr Unternehmen versuchen Web 2.0 Tools für ihre Zwecke zu nutzen. Diese neue Transparenz gegenüber den Kunden und Mitarbeitern eine Alternative oder Unterstützung zu klassisches Marketing sein kann, ist den meisten Online-Marketing Interessierten spätestens seit der “Ford Bold Moves documentary” Kampagne von Ford Motors bekannt. (Episode 01 von “Ford Bold Moves” auf YouTube) Der ganze Artikel ist leider nicht auf der Webseite. Ein Interview mit Wikinomics-Autor Don Tapscott ist aber auch im Internet erschienen.

Die meisten Schlagzeilen in diesem Bereich hat wohl Gary Vaynerchuk mit seinem Podcast wine libary tv gemacht. Mit seinem Videopodcast machte der Entrepreneur das Weingeschäft seiner Eltern weltweit bekannt. Über seine Erfahrung hat der Unternehmer von der Ostküste ein Buch mit dem Titel “Crush It!: Why NOW Is the Time to Cash In on Your Passion“. Außerdem war er als Gast bei This Week in StartUps #24 mit Jason Calacanis.

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