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Smava: Kreditspekulationen von Privatleuten

SmavaWährend in den USA aufgrund der Finanzkrise die Sparquote langsam zunimmt, scheint sie subjektiv gesehen in Deutschland abzunehmen. Oder wie lassen sich sonst Werbungen für “Handyverträge ohne Schufa-Auskunft” erklären?

Jedenfalls scheinen findige Anbieter diesen vermeintlichen Trend erkannt zu haben und so tümmeln sich mittlerweile mehrere Kreditvermittler im Internet: Smava zum Beispiel (stellvertretend für die vielen Anbieter) bietet an, Kredite von Privatpersonen zu erhalten oder zu vergeben. Und dies “günstig und fairer als Bankkredite”. Inwiefern dies sicher ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ein gewisses Restrisiko bleibt wohl erhalten, weswegen Anleger auch in gewisser Weise zu Spekulanten werden. Smava selbst tritt nur als Vermittler in Erscheinung. Ein lukratives Geschäftsmodell. So hat der Anbieter es nicht nötig Kapital bereit zu stellen, sondern vermittelt lediglich unter Anlegern und Kreditnehmern. Und kassiert dafür Provision.

Der große Vorteil aus Kundensicht liegt ganz klar in der einfachen und unkomplizierten Abwicklung. Während ein Bankkredit langwierige Prüfungen verlangt, kann bei den Kreditvermittlern relativ schnell Geld beschafft oder angelegt werden. Trotz dieser Einfachheit ist es interessant, dass bisher die Überschuldungsquote von Privatpersonen in Deutschland nicht zu- sondern abgenommen hat. Creditreform gibt darüber in einer Studie auskunft. Hoffen wir, dass es dabei bleibt, sonst wird dieser Herr bald noch mehr Aufträge bekommen.

Der Groupon Wahnsinn

Das Orginal und die Klone auf dem deutschen Markt

In letzer Zeit haben Coupon Seiten für viel Furore im Netz gesorgt. In Deutschland gibt es mittlerweile schon mehrere Kopien des “Orginal” – Groupon aus den USA. Die Investorenszene scheint ein vielversprechendes Konzept hinter den Gruppen-Coupon Seiten zu sehen. Gerade gab es 4 Millionen € frisches Kapital für Citydeal, die von Rocket Internet (dem Inkubator der Samwer Brüder), Holzbrink Ventures und eVenture Capital Partners stammen. Damit plant das StartUp aus Berlin die Marktführerschaft in diesem “neuen” Marktsegment zu erlangen, was durch eine breit angelegte Werbeoffensive – Online, Print und TV – erreicht werden soll (via Deutsche Startups). Diese Strategie beschränkt sich dabei nicht nur auf den deutschen Markt sondern, laut Gründerszene, auf mehrere Länder Europas. So berichtet das Gründerportal, dass bereits Frankreich und Großbritannien proaktiv angegangen werden. Neben Citydeals, verkündete (Pressemitteilung -PDF) auch dailydeal eine sechstellige Kapitalspritze, durch die Seed-Investoren Stefan Glänzer, Michael Brehm und Jochen Maaß. Diese sehr kapitalstarken StartUps werden es den restlichen schwer machen in diesem Markt Fuß zu fassen und auf Dauer Konkurrenzfähig zu bleiben. Dies fällt bisher besonders durch die Städteabdeckung von citydeal und dailydeal auf. Die beiden StartUps sind jetzt schon in fast allen großen Städten (Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München) mit Angeboten vertreten.  Das Münchner Klon cooledeals arbeitet daran aufzuschließen, hat aber bisher nur Gutscheine für Hamburg und München im Angebot. Couponmania setzt auf Differenzierung und bietet bald als erster Gutscheine für Bochum an. Wie es scheint setzten Heimatpreis und Teambon vorerst auf eine bisher eher lokale Strategie. Heimatpreis bietet zur Zeit nur Angebote in München an und Teambon wirbt mit bald erscheinenden Coupons für Augsburg. Ob diese lokale Strategie nun gewollt ist oder es einfach bisher an willigen Unternehmen für Coupons mangelt sei dahingestellt. Allerdings kann eine solche Konzentration auf ein Gebiet vorerst durchaus von Vorteil sein. So könnte man sich bspw. durch eine größere Angebotsbreite von den Wettbewerbern differenzieren und so eine feste Stellung in einer Stadt erreichen. Die Angebotsbreite könnte in Zukunft ein wichtiger Faktor für diese Art von lokalen Angeboten sein. Bisher beschränken sich die Coupons hauptsächlich auf den Gastronomiebereich, allerdings könnten auch andere Bereiche durchaus interessant für Coupon-Angebote sein.

Letztlich ebnet bzw. adaptiert das “Groupon”-Konzept nur einen Weg, der mit iPhone- und Android-Apps bereits geöffnet wurde: das Internet wird mehr und mehr lokal. So zeigt die App Aloqa, seinen Nutzern über das Mobil Telefon Gutscheine und Angebote in der näheren Umgebung. Man darf dennoch gespannt sein wie sich das lokale Internet, insbesondere im Bereich eCommerce, weiter entwickelt.

BarMax: Der Einstieg in hochpreisige mobile Apps?

BarMax CA im iTunes Store

BarMax CA ist iTunes Store Deutschland für 799,99 Euro erhältlich

Was wäre Euch eine gute Vorbereitung auf die entscheidene Prüfung zwischen Studium und Beruf wert? iPhone Entwickler aus Kalifornien glauben, dass angehende Anwälte bereit sind für eine App 1000 US Dollar auf den Tisch zu legen. Wie Techcrunch berichtet, ist mit BarMax eine iPhone App zur Vorbereitung auf die Zulassungsprüfung zur Anwaltschaft im iTunes Store verfügbar. Der Preispunkt von 999,99 Dollar mag sehr hoch wirken, aber im Vergleich mit anderen online Angeboten in diesem Markt ist es vielleicht sogar ein Schnäppchen. Dort sind die Investitionen oft deutliche mehr als doppelt so hoch.

Nachdem es nun einem ersten Entwicklerteam gelungen ist, eine so hochpreisige iPhone App mit Erfolgsaussichten im iTunes Store zu platzieren, bleibt die Frage, wie sich ein solcher Premiummarkt weiterentwickeln wird. Theoretisch sollte in diesem Markt ein großes Potential stecken. Besonders hochwertige Programme mit einem Mehrwert für Geschäftsleute und Professionals sollten sich trotz hoher Preise verkaufen. Solche mobilen Applikationen im b2b-Bereich bieten viel Platz für Phantasie und wenn die Einkäufe mit der Firmenkreditkarte bezahlt werden können, schmerzt auch der Preis deutlich weniger. Durch die geringen Entwicklungskosten und die Vielzahl von Entwicklern droht aber die Gefahr, dass auf jeden Start eines teuren Programms eine Vielzahl von preiswerteren Klonen folgt. Daher werden wohl besonders die Programmierer erfolgreich sein, die neben einer Funktionalität auch den Zugriff auf teure Informationsdatenbanken ermöglichen. Wer heute schon hochpreisige Desktop- oder Webapplikationen anbietet, wird dies nun auch auf dem mobilen Plattformen umsetzen.

Spannend könnte es werden, wenn Ende Januar ein Tablet von Apple (“iSlate”) auf den Markt kommt und auch über den iTunes Store mit Programmen versorgt werden soll. Ein größerer Bildschirm könnte auch weiteren hochpreisigen Applikationen den Markt öffnen. Eine iPhone App die mehr kostet als ein Notebook. Ist das verrückt oder gerade erst der Anfang? Was glaubt Ihr, wo ist noch Potenzial in diesem Markt?

Blippy.com – automatisierte Produktempfehlungen

Blippy Screenshot

Auf Blippy.com, einem StartUp aus den USA, kann man seine neuesten Einkäufe als Status Updates veröffentlichen. Blippy ist gerade mit seiner Public Beta Version online gegangen und hat bereits 1,6 Millionen Dollar Kapital gesichert. Zu den Investoren gehören Sequoia Capital, Charles River Ventures, die Angel Investoren Ron Conway, Evan Williams (CEO Twitter), Jason Calacanis, James Hong und Ariel Poler.

Das “Twitter für Einkäufe” (exciting Commerce) ermöglicht seinen Nutzern, nach eigenen Angaben “[..]to share and discuss the things people are buying”. Blippy will die simple Frage “Was kaufst du?” beantworten. Der ganze Prozess ist dabei automatisiert, d.h. der Nutzer meldet sich über Blippy auf seinen Accounts der Blippy-Partner (Amazon, Zappos, Woot!, Kreditkarte etc.) an und es werden die getätigten Einkäufe automatisch auf Blippy veröffentlicht. Es ist allerdings nicht möglich, Status Updates á la Twitter, also über ein Textfeld einzugeben – was meiner Meinung nach sinnvoll wäre. Das ganze soll also eine Art “automatisierte Produktempfehlungsplattform” darstellen, die man nicht unbedingt pflegen muss. Die Frage, die sich dabei alle Welt stellt: “Was ist dabei der Mehrwert für den Nutzer?” Die Idee ansich ist ja nicht schlecht. Produktempfehlungen werden von einer großen Anzahl an eCommerce bzw. Social Shopping Plattformen verwendet. Aber wie groß ist das Interesse daran, ob eine unbekannte Person zehn Apps bei iTunes gekauft hat? Für Blippy und seine Partner wahrscheinlich groß, da sich die Nutzerdaten wunderschön auswerten lassen. Aber für den Nutzer? Vorallem ist es fraglich, ob man seine Einkäufe automatisiert veröffentlichen möchte. Bei Online Shops, ist das Ganze ja noch einigermaßen überschaubar, wenn es aber um alle Einkäufe geht, die man über eine Kreditkarte, EC-Karte oder sein Bankkonto tätigt, ist das nicht gerade unbedenklich was die Privatsphäre angeht. Es ist zwar möglich bestimmte Einkäufe nicht zu veröffentlichen, eine Pause einzulegen oder seinen Account ganz von der Veröffentlichung zu sperren, aber dies ist mit einem (wenn auch geringem) Aufwand verbunden – man muss sie manuell stoppen. Mint.com nutz ein ähnliches Prinzip, bei dem Einkaufsdaten der Nutzer automatisch erfasst werden. Hier ist aber der Mehrwert gegeben, dass den Nutzern Finanzanalysetools zur Verfügung gestellt werden. Wenigstens ist es möglich seine Einkäufe über die Blippy Account Einstellungen zu privatisieren. Interessant an Blippy ist eigentlich nur, dass dies ein erstes Konzept darstellt, wie man ein Geschäftsmodell für Twitter angehen kann. Allerdings fehlt der Mehrwert für den Nutzer, der die Öffnung seiner Privatsphäre kompensiert. Ein erstes Beispiel wie Produkte über Blippy bekannt werden können ist WiThings (Näheres dazu im Podcast von Leo Laporte – ziemlich am Ende).

Meiner Ansicht nach kann das Blippy Konzept in einem freundschaftlichen, und nicht automatisiertem Kontext durchaus sinnvoller sein. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Modell im Umfeld des Freundeskreises, nach einem Frage-Anwort bzw. Status Modell, sehr nützlich ist. Bspw. Status:”Ich suche einen neuen Laptop – Budget 500€” – Antwort eines Freundes (der bekanntlich technikaffin ist und das Nutzungsverhalten seines Freundes kennt): “der Laptop XY ist für Dich ganz gut geeignet”. Wenn dies dann auch noch mit einem Affiliate Konzept verbunden ist (an dem die Nutzer beteiligt werden!!) ist der Anreiz zum Mitmachen durchaus gegeben. Meiner Ansicht nach ist das Problem der meisten Produktempfehlungen, dass es Empfehlungen von Menschen sind, die man persönlich nicht kennt und so auch nicht ihre Motivation und produktspezifischen-Kenntnisse einschätzen kann.

Was meint ihr?

Nachtrag: Hier findet Ihr ein Interview mit Philip Kaplan (Gründer Blippy) und hier ein Podcast mit Ashvin Kumar (Gründer Blippy).

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