David Herborn | david@secondflush.de

David wurde im hessischen Hanau geboren. Trotz ländlicher Gefilde in der Umgebung, kam auch er nicht am Internet über kurz oder lang vorbei. Seit längerem verfolgt er aktuelle Entwicklungen im Internet und speziell soziale Netzwerke. Vor allem der Datenschutz und psychologische Aspekte liegen in seinem Fokus. Darüber hinaus ist die mobile Kommunikation ein weiterer Interessensschwerpunkt geworden. Nach einem dualen Studium in Mosbach studiert David derzeit an der Leuphana Universität in Lüneburg.

Alle 12 Artikel von David Herborn:

eKnife – ein “online schweizer Taschenmesser”

eKnife - online Schweizer Taschenmesser

Was passiert wenn man drei Dienste aus der Schweiz unter einen Hut bringt? Es kommt ein schweizer Taschenmesser heraus! Das dachten sich jedenfalls die Beteiligten der schweizer Start-Ups von Doodle, Wuala und Memonic.

Einzeln betrachtet handelt es sich dabei um mehr oder minder nützliche Business-Tools. Mit Doodle lassen sich praktisch Termine planen und abstimmen, mit Memonic Notizen bsp. in Form von Webseiten sichern und teilen und Wuala ist ein Online-Storage in der Art von Dropbox. Was alle vereint sind ihre kostenlose “Basismitgliedschaften” welche nur über einen begrenzten Funktionsumfang verfügen. Diese kann man dann mit echtem Geld aufstocken. Um also mehr Kunden vom Premium-Account überzeugen zu können wurde nun kein Gesamtpaket (also eine Kombination aus allen drei Diensten) geschnürt, sondern lediglich ein Preisnachlass angeboten, wenn man sich doch für die Premium-Accounts aller drei Dienste entscheiden sollte. Zusammen erhält man die drei Dienste zum quasi Preis von zweien für 44 Euro für ein Jahr. Danach wird “Ihr Abo wird nach einem Jahr automatisch auslaufen. Sie können Ihr Abo danach bei einem oder mehreren Diensten Ihrer Wahl zum regulären Preis erneuern.”

Soweit so gut. Schließlich lässt sich somit schon Geld sparen. Vorausgesetzt man möchte auch alle drei Dienste in Anspruch nehmen. Und das ist meines Erachtens der “Casus-Cnaxus”. Ein neuartiger Dienst, der die Dienste miteinander verknüpft und beispielsweise noch um ein Mailprogramm erweitert hätte, wäre als Komplettlösung wohl interessanter gewesen als “nur” ein Preisnachlass. Die Dienste selbst sind schon interessant und durchaus nützlich. Letztendlich entscheiden die Kunden darüber. Was haltet ihr davon? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

ZEW-Studie zeigt positive Entwicklung für High-Tech Startups in Deutschland

In der vor zwei Tage veröffentlichten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeichnet sich eine positive Entwicklung für High-Tech-StartUps in Deutschland ab. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Zahl der in Deutschland gegründeten Hochtechnologie Unternehmen um 3,1 % gestiegen. Somit zähle diese “zu den Impulsgebern der deutschen Wirtschaft und besitzt in punkto Innovationskraft eine richtungsweisende Funktion”, sagt Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Im Bereich der Software konnte mit 15 % über Vorjahreswert ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden. Interessant ist dabei, dass es zu einer Zunahme von Ein-Mann-Unternehmen kam. Diese Art der Gründung wurde durch eine Reform im GmbH-Gesetz und der Einführung der Unternehmergesellschaft als Geschäftsform unterstützt.

Das ZEW hat auch unter Zuhilfenahme anderer Studien Gründungshemmnisse in Deutschland untersucht. So haben unter anderem 36 % der Befragten Probleme mit der Auftragsakquisition. Zudem hätten etablierte Unternehmen Vorbehalte gegenüber StartUps, was deren Zusammenarbeit erschwert. Nur allzu gerne schauen wir daher neidisch nach Nordamerika, wo StartUps mit Branchengrößen wie Google Hand in Hand Innovationen vorantreiben.

Die Studie selbst wurde von Microsoft Deutschland in Auftrag gegeben und ist hier zu finden. Insgesamt lässt sich jedoch festhalten, dass sich trotz positiver Entwicklungen High-Tech-Gründungen in Deutschland leider immer noch auf niedrigem bewegen (siehe Grafik). Der ZEW Gründungsreport gibt zusätzlich Informationen zum Thema.

Gründungen in Deutschland

Und wieder ein neues Social-Network: Ping by Apple

Ping

Ich war doch etwas erstaunt als Apple gestern auf seiner alljährlichen September-Keynote neben den obligatorischen neuen iPods auch ein brandneues Feature für iTunes vorgestellt hat: Ping ist der Name einer Funktion für iTunes 10, um seinen eigenen Musikgeschmack mit anderen Freunden zu teilen. Ich verwende jetzt bewusst nicht die Begriffe Facebook und Twitter um Ping zu beschreiben, da meines Erachtens Ping das (noch) nicht sein will. Apple hat das Feature eher eingebaut, um seinen Kunden die Entdeckung von neuer Musik etwas einfacher und “sozialer” zu gestalten.

Andere Blogs haben sich Ping schon etwas näher zu Brust genommen und erstaunlicherweise schneidet dieses (bisher) nicht gut ab: Die Kollegen auf Netzwertig.com stellen die Existenz von Ping grundsätzlich in Frage. Sie begründen dies mit der Überflüssigkeit eines solchen Dienstes und der zwiespältigen Einstellung Apples zum Datenschutz seiner Nutzer. Basicthinking.de geht etwas differenzierter an die Sache und beleuchtet erstmal die Funktionen von Ping. Dabei fällt auf, dass Ping wohl noch etwas unausgegoren ist, da manche Funktionen noch nicht reibungslos vonstatten gehen. Zudem sei die Usability noch verbesserungswürdig.

Die Frage, welche Interessen Apple mit dem Dienst verfolgt scheint leicht beantwortbar zu sein: Zum einen möchte Apple auch in den Social-Network Markt einsteigen, um einen Stück vom Kuchen abzubekommen. Zum anderen möchte Apple seinen iTunes-Nutzern einen Mehrwert daraus schaffen. Ich spekuliere dazu noch, dass Apple mit dem Dienst zusätzlich zu der Genius-Funktion noch mehr Daten über das Konsumverhalten seiner Kunden erfährt. Apple kann diese gut gebrauchen, da sie nach eigenen Angaben den größten Online-Store für Musik und Videos weltweit besitzen. Es bleibt daher abzuwarten, ob Ping nicht das gleiche Schicksal wie GoogleBuzz erleiden wird. Buzz hatte vom Start weg auch eine potentiell große User-Group (die Gmail-Nutzer), konnte jedoch trotzdem keinen großen Sprung Richtung Twitter schaffen.

Sofatutor: eLearning aus Deutschland

Sofa Tutor eLearning Plattform

Wer träumt als Student nicht davon seine Vorlesungen bequem von daheim aus auf dem Sofa anzuschauen? Oder der Schüler, der zwar den Unterricht schwänzt, aber den Stoff einfach und schnell nachholen kann? Vermutlich viele! Das müssen sich auch die Erfinder von Sofatutor, eine eLearning Plattform, gedacht haben.

Das Prinzip ist simpel, aber genial: Doktoranten, Lehrer oder Studenten und Schüler können Lernvideos erstellen und bei Sofatutor einstellen. Sofatutor selbst überprüft die eingereichten Videos nach deren Relevanz (inhaltlich und technisch) und nach deren Freischaltung stehen diesen den wissbegierigen Nutzern zur Verfügung. Damit das Ganze noch einen monetären Anreiz für die Videoersteller hat, muss jeder Nutzer einen monatlichen Beitrag von 7 bis 14 Euro entrichten (Preis abhängig vom Abo, ähnlich von Xing). Dafür kann dieser einen Monat lang unbegrenzt auf das Video-Repertoire zugreifen. Die Ersteller der Videos bekommen pro Zuschauer einen Beitrag gezahlt (einen Anteil von 25% des Monatsbeitrags).  Die Nutzer können ihr neu erlangtes Wissen auch gleich unter Beweis stellen: nach jedem Kapitel kann ein kleiner Abschlusstest erfolgen.

Ein interessanter Ansatz wie ich finde. Laut Sofatutor befinden sich derzeit 3297 Videos zur Verfügung. Davon sind die meisten aus den Bereichen BWL, Chemie und Mathematik. Es werden aber bestimmt noch mehr dazu kommen. Was wirklich toll ist, ist dass die Produzenten von Videos eine echte Entlohnung bekommen. Wie hoch diese letztendlich in der Praxis aussieht, geht nicht konkret hervor. Die Frage bleibt jedoch, ob auch genug Nutzer da sind, die diese Videos auch in Anspruch nehmen.

cloudControl: Platform as a Service aus Potsdam

Cloud Control

Cloud Computing: eines der sich hartnäckiger haltenden Buzzwords in letzter Zeit. Wie schon in einem anderen Artikel von mir angesprochen, geht es beim Cloud Computing um Rechenleistung, die über das Netz je nach Bedarf bezogen werden kann, ohne die physischen Computer dafür selbst zu besitzen. Der Kunde mietet sich quasi die Rechenleistung von einem Anbieter, die er gerade für ein Projekt zusätzlich zu seinen vorhandenen Ressourcen benötigt.

CloudControl ist ein junges deutsches Unternehmen aus Potsdam, das genau die oben genannten Leistungen anbietet. Damit tritt es in direkte Konkurrenz zu Branchenschwergewichten wie Amazon und Google, die beide auch über Cloud Computing Dienste verfügen. Der Sinn dieses Angebotes liegt darin, dass Gründer und Programmierer sich nicht länger um das Hardware-Setup kümmern oder sich Sorgen um die Skalierbarkeit machen müssen. Stattdessen können sie ihren Fokus komplett auf die Entwicklung von Onlineservices legen. So jedenfalls die Idee.

Das Konzept hat die Vorteile, dass nur in Anspruch genommene Rechenleistung vom Anbieter berechnet werden. Es fallen damit keine Fixkosten wie beim Unterhalt eigener Server an. Zudem garantiert CloudControl, dass die Leistung jederzeit zur Verfügung steht, sodass Engpasssituationen beim Kunden vermieden werden können.

Das Thema Cloud Computing bleibt meines Erachtens eine spannende Sache. Ob sich ein kleines Start-Up aus Deutschland gegen die großen durchsetzen kann bleibt abzuwarten. Ich sehe jedoch einen Vorteil für die Jungs aus Potsdam: Der in Deutschland so hoch gelobte Datenschutz ist auf Servern, die in Deutschland stehen (was bei CloudControl offenbar zutrifft) einfacher durchzusetzen als bei den amerikanischen Konkurrenten, deren Servern über die Welt verteilt sind.

Schützenhilfe für Start-Ups: HackFwd

Hack FwdIm Vergleich zu Nordamerika, wo neue (Internet-) Start-Ups immer noch wie Pilze aus dem Boden schießen, sieht es hingegen in Europa eher düster aus. So scheuen vor allem in Deutschland Wagniskapitalgeber den Sprung ins kalte Wasser. Deutsche High-Tech-Start-Ups bekommen kaum noch dringend gesuchtes Kapital.

Um diesen negativen Trend entgegenzuwirken, hat u.a. Lars Hinrichs (seines Zeichens Gründer von Xing) ein in Hamburg ansässiges Unternehmen gegründet, das jungen, innovativen Start-Ups in Europa in früher Phase auf die Beine helfen soll. Dieses ambitionierte Projekt nennt sich HackFwd (sprich: Hack Forward). Ziel von HackFwd ist es, smarten, talentierten Entwicklern durch Ressourcen und Know-How die Möglichkeit zu geben, ihren bisherigen Job zu kündigen und stattdessen ihre Ideen und Visionen in einem eigenen Projekt zu verwirklichen.

Ein sehr interessantes Projekt wie ich finde. Entscheidend dabei ist meines Erachtens dies auch bei potentiellen Gründern bekannt zu machen. Das beste Angebot bringt nichts, wenn niemand davon Bescheid weiß. Allerdings habe ich da vertrauen in Hinrichs und sein Team. Schließlich ist Xing auch eine feste Größe im Bereich der Social Networks geworden.

Test-Urteil: mangelhaft

Dies wurde dem internationalen Social-Network Unternehmen Facebook attestiert. Ein Schlag in die Magengrube von (erneut) deutschen Datenschützen. Die Stiftung Warentest hat vor kurzem alle gängigen Netzwerke unter die Lupe genommen und kam zu folgendem Ergebnis:

Die deutschen Seiten der VZ-Netzwerke kommen noch mit einer guten Note davon, wohingegen amerikanische Seiten wie Facebook oder LinkedIN mit einem mangelhaft abgestraft werden. Beunruhigend seien vor allem Klauseln in den AGBs der beiden letzteren, die den Betreibern zusichern über alle Inhalte der Nutzer frei zu verfügen. Ich habe mal bei den FB-AGBs reingeschaut und tatsächlich folgende beunruhigende Stelle(n) gefunden:

Für Inhalte, die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, wie Fotos und Videos („IP-Inhalte“), erteilst du uns vorbehaltlich deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).

Bereits die ComputerBILD hat in der März-Ausgabe einige Social-Networks getestet und kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Nun sollte es an den amerikanischen Vertretern liegen dies wieder glatt zu bügeln. Die Frage ist nur, ob nicht wirtschaftliche Ziele denen der Nutzer überwiegen und sich (trotz des öffentlichen Protests) daher kaum etwas ändern dürfte.

Google über die Zukunft des Internets

Für diejenigen unter euch, die sich gerne mit Google befassen (zu denen ich mich selbst auch zähle) ist auf Zeit Online eine interessante Videostrecke aufgetaucht:

Philipp Schindler, Google-Chef für Nord- und Zentraleuropa, spricht im “ZEIT ONLINE Dialog” über Datensicherheit, das mobile Internet und den Kampf um das offene Netz.

Darin geht es vor allem über Googles Verhältnis zum Datenschutz und ihr neuer Claim “mobile first”. Die Videos sind sowohl für Fans als auch Kritiker von dem Suchriesen interessant. Der genaue Zuschauer achte auch mal auf die überlegte Wortwahl von Schindler, um möglichst wenig Angriffsfläche für den Zeit Chefredakteur zu bieten. Viel Spaß!

Microsoft/Yahoo: Konkurrenz zu Google?

Nach langem hin und her mit den europäischen und amerikanischen Wettbewerbshütern steht der Kooperation von Microsoft und Yahoo demnächst nichts mehr im Wege. Geplant ist die Fusionierung von den beiden Suchplattformen bing und YahooSearch. Die vor nicht allzu langer Zeit gestartete Suchmaschine Bing von Microsoft löst nun sukzessive die Yahoo-Suche ab. Microsoft verspricht sich dadurch eine bessere Stellung auf dem stark von Google dominierten Markt der Suchmaschinen.

Inwiefern der Gigant aus Redmond dem Giganten aus Mountain View dabei gefährlich werden kann, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Bing scheint jedoch an Fahrt zu gewinnen. So konnte Bing bereits Marktanteile gewinnen und wird die Anteile von Yahoo durch die Fusion übernehmen können. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass Google derzeit noch absolute Marktmacht besitzt und auch so sehr bekannt ist (selbst bei Gelegenheitsnutzern), dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Ein weiteres Schlachtfeld befindet sich auf dem Markt der Handybetriebssysteme. Auf dem Mobile World Congress 2010 in Barcelona kündigte Microsoft eine neue Version von Windows Mobile an. Microsoft ist zwar schon länger auf diesem Markt vertreten als Google mit Android, allerdings gibt es noch genug Hersteller, die auf Windows Mobile setzen. Hier entscheidet letztendlich wohl der Kundengeschmack und die Unterstützung von Handyherstellern wie beispielsweise HTC, die derzeit noch mehrgleisig fahren.

CrowdFlower: Outsourcing 2.0

Crowd Flower

In der Betriebswirtschaftslehre hat sich seit längerer Zeit ein Begriff verfestigt: Outsourcing. Dies bedeutet etwa soviel, als dass Unternehmen originäre Aufgaben aus dem Unternehmen abkapseln und mit Hilfe eines oder mehrere externen Dienstleister ausführen lassen. Generell lässt sich feststellen, dass bisher nur große Unternehmen auf die Idee kamen die Möglichkeiten des heutigen Internets sich zur Nutze zu machen. Viele beschränken sich jedoch auch dabei auf die reine Kommunikation nach außen, wie zum Beispiel in Form eines “Corporate Blogs” zeigt.

Dass man die Ressourcen des WWW auch weitaus über die reine “Sender-Empfänger”-Beziehung nutzen kann, zeigt CrowdFlower: Dieses StartUp ermöglicht es Unternehmen, Aufgaben in so kleine Aufgabenpakete aufzuteilen, dass Menschen mit zu viel Freizeit daran arbeiten können. Und das für Umme. Zusätzlich preist CrowdFlower einen weiteren Vorteil an: die Fehlerrate sei sehr gering, da die Aufgaben so überschaubar sind. Bereits Facebook griff diese Idee auf und lies Teile der Website von Usern selbst übersetzen.

Meines Erachtens hat dieser Ansatz Potential. Zu dieser Ansicht bin wohl nicht nur ich gekommen. So konnte CowdFlower dieses Jahr bereits 5 Mio. USD von einer VC-Gesellschaft locker machen. Es bleibt abzuwarten, ob es sich für Unternehmen lohnt zuerst den Aufwand zu betreiben Arbeitspakete zu schnüren und diese weiterzugeben oder nicht doch lieber zusätzliches Personal einzustellen.

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